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Alexander 
von Dziembowski
Tel. 069 - 493 01 48
dziembowski@astrorat.de



Die astrologische Zeitqualität:
  Juni bis September 2007.

Die über ein dreiviertel Jahr wirksame Saturn/Neptun-Opposition klingt nun im Juli aus. Auf der kollektiven Ebene der Weltpolitik hat sie ihren abschließenden Höhepunkt im G-8-Gipfel in Heiligendamm gefunden. Hier die neptunische Vision von einer heileren Welt, dort die saturnische Notwendigkeit, die unter Führung einiger der (heute noch) mächtigsten Staaten entstandene „Weltordnung“ zu stabilisieren. Selbstverständlich kann keine der beiden polaren Positionen die alleinige Weisheit für sich in Anspruch nehmen, denn unter den „Neptuniern“ gibt es die Utopisten, die die gewordenen Verhältnisse total ignorieren wollen. Für sie müsste man eine ganz neue Welt erfinden. Und unter den „Saturniern“ gibt es die ewig Gestrigen, die die Herrschaftsverhältnisse von vorgestern zementieren wollen. Wir wissen alle, dass sich unsere Welt für die nächsten 10 Jahre oder so in einen nie gekannten Bewusstseinswandel hineinbeschleunigen wird (und damit schon begonnen hat!), aus dem sich Formen entwickeln werden, wie wir sie uns heute noch nicht vorstellen können. Das fordert uns allen mehr als nur bedächtiges Bewußtseinswachstum ab, sowohl auf persönlicher wie auch auf kollektiver Ebene. Es ist mittlerweile eine Binsenweisheit, dass nur ein erhöhtes Bewusstsein unsere Welt retten wird und dazu bedarf es der Wachsten unter den Idealisten (Neptun) und unter den Realisten (Saturn), um den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen zu bleiben. Das ist die politische Zeitqualität, die dieses Saturn/Neptun-Thema begünstigt und das ist die Berechtigung von Heiligendamm, auch wenn wir die konkreten Ergebnisse, die dabei herausgekommen sind, beklagen werden. Der Geist, der sich im Hintergrund formuliert, ist es, der uns wacher machen wird, wenn Pluto ab Herbst 2008 endgültig im Steinbock die herrschenden Strukturen, ob in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft, unter mächtigen Bewährungsdruck setzt. Damit beginnt astrologisch gesehen eine enorm intensive Phase der Herausforderungen, wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt haben. Wachen wir also besser heute schon aus unserem persönlichen Tiefschlaf auf, den wir immer nicht wahrhaben wollen!

Am 28. Juli wird die Venus nach 1 ½ Jahren auf 3° Jungfrau wieder mal rückläufig, bis sie am 9. September auf 16° Löwe wieder die direkte Richtung aufnimmt. Die Rückläufigkeit ist die Phase, wenn Venus vom Abend- zum Morgenstern wird. Etwa 1 Woche nach ihrer Konjunktion mit der Sonne (am 24.8.) wird sie zum ersten Mal und das dann für ca. 240 Tage am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang sichtbar. Im antiken Mythos (und auch bei den Mayas und Azteken) deutete man die Tatsache, dass sie in der Tagesbewegung der Sonne voranging, als ein Zeichen der Tatkraft der Himmelskönigin, als die sie über Jahrtausende galt. Sie bekam als Morgenstern immer männlichere Züge und wurde als solche sogar als Göttin des Krieges verehrt. Zu diesem Symbolverständnis mag auch beigetragen haben, dass Venus sich in diesen 240 Tagen als Morgenstern wie auch in der entsprechenden Zeit als Abendstern acht mal, also einmal im Monat, mit der Mondsichel zusammen am Morgen- bzw. am Abendhimmel zeigt, ein viel besungenes Geschehen. Am Abendhimmel jedoch hat sie es mit dem zunehmenden, also gerade aus den Strahlen der Sonne (der Konjunktion mit ihr!) neugeborenen Mond zu tun, der das Leben freudig begrüßt und sich gerade aufmacht, es für sich zu gewinnen. Die morgendliche Mondsichel hingegen deutet ihr Sterben in die gerade noch nicht aufgegangene Sonne (die abnehmende Konjunktion mit ihr kurz vor Neumond) hinein an und so scheint sich die Assoziation des sterbenden Mondes mit der siegreichen   morgendlichen Venus hergestellt zu haben, wodurch sie sich nach und nach zur Kriegsgöttin verwandelte.
Während die Direktläufigkeit eines Planeten das Sammeln neuer Erfahrungen symbolisiert, weist ein rückläufiger Planet auf vergangene Erfahrungen. Man verhält sich antizyklisch, entgegen den eingespielten Gewohnheiten. Das heißt zunächst einmal nur anders als sonst, nicht richtiger oder verkehrter. Ich wende mich also zurück und zugleich natürlich auch nach innen, denn die reale Vergangenheit ist nicht mehr da. Das kann heißen, dass ich einen Fluss der Dinge unterbreche, vielleicht weil ich Angst vor dem erwarteten Ergebnis habe, eventuell mit Erfolg nicht umgehen kann. Aber öfter wird es doch vorkommen, dass die Unterbrechung einer Kontinuität mich aus der Routine holt, aus der Ermüdung an den Verhältnissen, die durch den rückläufigen Planeten ausgedrückt werden. Wir lernen nun mal in der Regel nicht beim ersten Mal die schwierigen Lektionen des Lebens. Wir müssen ihnen immer wieder begegnen, um ihnen ihr eigentliches Geheimnis zu entlocken. Es schafft allerdings Beunruhigung, nicht zuletzt bei uns selbst, wenn wir an uns gerichtete Erwartungen, an denen wir ganz entscheidend mitgestrickt haben, nun plötzlich nicht mehr zu befriedigen gedenken oder uns vielleicht auch nur aus einem aus dem Unbewussten aufsteigenden Unbehagen heraus unkooperativ, jedenfalls anders als bisher verhalten.
Was sagt uns also im Besonderen eine rückläufige Venus, die uns ab Ende Juli sechs Wochen lang erwartet? Es ist nahe liegend, zunächst an den Beziehungsbereich zu denken. Wundern Sie sich nicht, wenn äußere Umstände schneller mal zum Anlass werden, um Ihrem Unmut über bestimmte Zustände, die sich in ihre wichtigen Beziehungen da und dort eingeschlichen haben, Ausdruck zu verleihen. Erinnern Sie sich an die zu etwas kriegerischem Verhalten neigende Venus als Morgenstern, die sich in der Phase zu etablieren beginnt. Es hängt      allerdings von Ihrem Temperament ab, ob Sie Ihren Unmut oder Ihre Zweifel zum Ausdruck bringen oder sich nach innen zurückziehen und sich schwer erreichbar machen. Sich gegen den gewohnten Lauf der Dinge (Direktläufigkeit!) zu stellen, wird immer ein gewisses Maß an Reibung erzeugen und damit eben Beunruhigung auslösen. Aber wenn Sie das vermeiden wollen, obwohl Sie nach der Authentizität Ihrer oder einer Ihrer Beziehungen gefragt sind, wird es Ihnen noch viel schlechter gehen, weil Sie einen stärkeren Verdrängungsmechanismus bemühen müssen. Venus fordert Sie auf, zu Harmonie und Ausgewogenheit zurück zu finden und damit ja auch Ihr Freudepotential wieder aufzufüllen, um Ihrem Leben wieder mehr „Eros“ zu verleihen. In einer, auf Venus bezogen instabilen Phase sollten Sie auch in finanziellen Dingen besonders achtsam sein, damit eine gewisse Verunsicherung in Ihrem persönlichen Umfeld nicht auf Ihr Finanzgebaren überspringt und Sie sich womöglich zu unnötigen Anschaffungen kompensatorisch hinreißen lassen.
Bis zum 11. Oktober, wenn die Venus den Grad des Beginns der Rückläufigkeit wieder erreicht, ist dieser verstärkte Einfluss in Ihrem Horoskop spürbar, besonders in dem Haus, in dem die Rückläufigkeit stattfindet. In den entsprechenden Angelegenheiten des Hauses könnten Sie recht kreative Prozesse in Gang bringen.
 

(c) 2007  Alexander von Dziembowski